Ansprache von Staatssekretär Rüdiger von Plüskow, Tinnumer Biike 2001

Meine Damen und Herren, Herr Bürgermeister, liebe Tinnumer, liebe Gäste, vor allen Dingen liebe Kinder, es ist ja fantastisch, wieviele Kinder es hier auf der Insel gibt, und ich glaube Feuer, Feuer zieht uns alle an und ganz besonders die Kinder - ich bin das erste Mal im Winter auf der Insel und das erste Mal beim Biikebrennen und ich glaube, ... das ist ein ganz fantastisches Erlebnis - und es erinnert mich an meine Kindheit.

Feuer hat eine besondere Faszination, das wissen wir alle. Als wir jung waren, haben wir gerne gezündelt - mit Streichhölzern, mit Kerzen. Dann haben wir das am offenem Feuer am Kamin natürlich gemacht, am Lagerfeuer genossen, das war gemütlich und dann haben unsere Altvorderen solche symbolischen Feuer abgebrannt, ob das nun die Rheinländer, die symbolischen Rheinländer mit ihren Martinsfeuer sind, oder ob es die heidnischen Norddeutschen mit Ihrem Biikefeuer sind. Immer wieder war es eine Sensation, der Beginn eines neuen Jahres, eines neuen hellen Jahres.

Der Winter verschwindet und das ist, glaube ich, die Botschaft die wir heute Abend - ich hoffe, daß es viele Gäste hier gibt und die begrüß' ich deshalb auch ganz besonders zum Beispiel aus dem Rheinland, die etwas sehr Vernünftiges gemacht haben. Morgen beginnen ja die drei tollen Tage im Rheinland. Das ist der Abschied, der Abschied vom Fleisch. Heute beginnt hier bei uns das neue Touristikjahr. Es ist der Beginn von viel Spaß und von einem neuen Leben hier auf der Insel. Deswegen haben Sie sich, glaube ich, richtig entschieden. Und jetzt bin ich bei den Gästen. Die Insel Sylt ist ja ein Touristenparadies, das Touristenparadies. Aber dieses Touristenparadies braucht natürlich Sie, die Gäste, und deshalb ist es besonders schön, daß Sie auch in dieser Jahreszeit und nicht nur im Sommer, sondern auch in dieser Jahreszeit hier noch Sylt gekommen sind und, ich muß sagen, ich kenne vielleicht einige von Ihnen, aber wiedererkannt habe ich niemanden, denn soviel an, so bekleidet, wie heute, habe ich im Sommer eigentlich noch keinen Sylter gesehen. Ein ganz neues - eine ganz neue Erfahrung. Die Biike ist der Appell: Kommen Sie zu jeder Jahreszeit nach Sylt, denn Sylt ist zu jeder Jahreszeit schön...

[... Die Tonne fällt...]

...da fällt die Tonne um. Und ich glaube, das ist nicht das Ende des Feuers, aber jetzt geht's erst richtig los, wie Sie hier auch sehen. Meine Damen und Herren, ich habe davon gesprochen, daß Sie, Sie die Gäste brauchen und wir sollten heute an diesem Tage auch einmal einen Gedanken daran verschwenden, daß Sylt sich ja auch gegenwärtig in einer großen Schwierigkeit befindet. Die Bundeswehr zieht ab von der Insel. Ihre 100 Arbeitsplätze werden verschwinden. Das bedeutet daß noch mehr als bisher Tourismus hier eine ganz besonders große Rolle spielen. Wenn Sie kommen, werden Sie also auch einen Beitrag dazu leisten, daß hier es auf der Insel weiter wie bisher nach vorne geht.

Eine allerletzte Bemerkung: Einige von Ihnen werden vielleicht Zeitung gelesen haben. Da steht, daß fast 1000 Klimaforscher vor kurzem darüber sich unterhalten haben, wie das Klima sich entwicklelt. Das Klima wird wärmer. Das ... wäre an für sich nicht so schlimm, wenn es nicht zu warm würde und es wird deshalb wärmer, weil die Menschen zu viel verbrennen. Dieses Feuer hier wird nicht einen entscheidenden Beitrag leisten, aber es ist natürlich auch ein Brennen. Und da haben diese Wissenschaftler gesagt, daß in 100 Jahren der ... Meerwasserspiegel zwischen 9 und 88 cm steigen wird. Genauer können es die Wissenschaftler nicht sagen. 900 sind es gewesen, aber das ist für Wissenschaftler noch ziemlich genau - eine solche Näherung. Das bedeutet, daß wir uns darauf vorbereiten müssen, daß durch die Landesregierung heute wird mit Sicherheit nichts passieren, aber in den nächsten hundert Jahren auch nicht, wir haben ja Vorsorge getroffen und sie brauchen also keine Angst zu haben und können heute Abend Ihren Grünkohl in Ruhe genießen und ich glaube, das ist wichtig, das Sie dieses heute hier erkennen können.

Ein letztes Wort, wenn Werbung gemacht wird, da muß die Landesregierung das natürlich auch tun. Sie werden, wenn Sie dieses Jahr am Strand langgehen, sehen, daß hier gewaltige Sandmengen aufgespült worden sind, mit einem gewaltigen Betrag wurde die Insel gesichert. Das werden wir in Zukunft genauso tun und das ist eine Zusage, auf die Sie bauen können und bauen sollten. Und in diesem Gefühl der Sicherheit wünsche ich Ihnen einen schönen Abend, viel Feuer - Feuerwasser natürlich auch - und entsprechend viel Grünkohl.