Ansprache von Manfred Ueckermann, Tinnumer Biike 2004

Liebe Tinnumer, liebe Sylter, liebe Gäste

Herzlich Willkommen an unserer Tinnumer Biike, ich freue mich Sie in so großer Zahl begrüßen zu dürfen.

Nur einmal im Jahr treffen sich so viele Einheimische und Gäste, um gemeinsam zu feiern. Wenn wir hier an unserem Feuer stehen und uns Gedanken über unsere Zukunft machen, dann fällt mir als wichtigste Aufgabe der Küstenschutz, die Reinheit der Nordsee und der Erhalt einer gesunden Umwelt ein. Um diese 3 exemplarischen Punkte unter einen Hut zu bekommen, bedarf es noch großer Anstrengungen und engagierten persönlichen Einsatz.

Etwa im 12. Jahrhundert begann man mit dem Deichbau zur Sicherung des Landes, sowie der Entwässerung der Niederungsgebiete um den Menschen ihre Lebensgrundlage zu sichern. Auch heute bei steigendem Meersspiegel ist dis eine der wichtigsten Aufgaben für die Zukunft.

Die Diskussion um das europaweite Naturschutzprogramm Natura 2000 mit seiner Ausweisung von sogenannten FFH (Flora Fauna Habitate) und Vogelschutzgebieten hat auch Auswirkung auf den Hochwasserschutz von Tinnum und damit für ein jeden von uns.

Würden wie geplant die Archsumer Salzwiesen wie Vorgesehen als FFH-Gebiet ausgewiesen, tritt einmal ein Verschlechterungsverbot für die Gebietskulisse in Kraft, womit der Küstenschutz in der jetzt zulässigen Art und Weise nicht mehr zulässig wäre. Die natürliche Küstendynamik (das Spiel der Naturgewalten ohne den Eingriff des Menschen) ist vorgesehen genau so wie der Rückbau der Entwässerung.

Das hätte katastrophale Auswirkungen auf das Vorland und damit für den Bahndamm zwischen Keitum und Archsum. Ohnedies kein Schutzdeich, sondern nur Transportweg, würden bei einem Durchbruch die Sturmflut nicht nur den Nössekoog und Archsum gefährden, sondern auch Tinnum.

Bei 4 Meter Wasserstand über Normal Null würden wir hier heute nicht mehr stehen können, da große Teile von Tinnum sowie der Biikeplatz Land unter hätten.

Hier ist mehr Transparenz, Augenmaß und Flexibilität seitens der Landesregierung gefordert. Auf Sylt sind heute schon über 2/3 der Fläche als Natur- und Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen und das ist auch gut so. Die verbleibenden Freiflächen müssen erhalten werden, sowie von der Gemeindevertretung im Landschaftsplan angeregt mit den Grundeigentümern über Vertragsnaturschutz.

1998 hat der Umweltminister von Schleswig-Holstein gesagt: "Wo der Mensch den Naturschutz in die Hand nimmt, ist der Staat gut beraten, seine Finger davon zu lassen".

Ich finde, er hat Recht. Wie heißt es in Üüs Sölring Lön

"Unser Sylter Land, Du bist uns heilige, Du bist unser Eigen, Du bist unser Glück!"

Ich wünsche das in der Gemeinsamkeit des Biikefeuers unsere Zukunft gesichert ist.

Freuen Sie sich auf ein deftiges Grünkohlessen und morgen findet ab 14.00 Uhr im Gasthof zur Eiche für Tinnum der Petritanz statt.