Ansprache von Wolfgang Schulz, Tinnumer Biike 2005

Liebe Tinnumer, liebe Sylter, liebe Gäste,

als neuer Ortsbeiratsvorsitzender von Tinnum darf ich Sie alle herzlich willkommen heißen und freue mich, dass auch in diesem Jahr so viele von Ihnen den Weg zur Tinummer Biike gefunden haben.

Vorweg danke ich den Helfern der Feuerwehr, des Sportvereins Tinnum 66, den Gemeindearbeitern und ganz besonders den Konfirmanden, die wieder fleißig Weihnachtsbäume im Ort eingesammelt haben, damit wir eine so schöne und große Biike haben. Mein Dank gilt auch dem Westerländer Musikverein für deren musikalische Begleitung.

Wie in jedem Jahr haben wir uns auch heute zum traditionellen Biikebrennen versammelt, um gemeinsam ein paar schöne Stunden am Feuer zu verbringen. In Zeiten, in denen der Alltag uns alle entfremdet, ist es gut, einen alten Brauch zu pflegen, der die dörfliche Gemeinschaft und die Gäste unseres Ortes sowie auch die ganze Insel ein wenig näher bringt.

Neben dem alten Brauchtum der Verabschiedung des Winters ist die Biike auch ein Zeichen. Biike bedeutet Zeichen. Ein Zeichen der insularen Zusammengehörigkeit, der friesischen Abstammung, der gemeinsamen Wurzeln und der gemeinsamen Vergangenheit, wodurch wir untrennbar auch gemeinschaftlich die Zukunft unserer Insel Sylt gestalten müssen.

Die Biike drückt - wie kein anderes Fest - unser friesisches Nationalbewusstsein, das insulare Selbstbewusstsein und die Einigkeit der Insel Sylt aus. Wir müssen hier zusammen ansetzen, um gemeinsam die zukünftigen Probleme der Insel zu bewältigen.

Themen wie Zusammenlegung der Gemeinden, Küstenschutz, Landschafts- und Naturschutz, Tourismus und viele mehr müssen heute gemeinschaftlich diskutiert werden. Die Ergebnisse aus diesem Dialog müssen dann schnellstmöglich umgesetzt werden. Noch haben wir die Zeit und die Möglichkeit selbst aktiv zu gestalten.

Wir dürfen uns diese Möglichkeit nicht nehmen lassen. Denn eines ist sicher, die Landespolitik wird sich früher oder später dem Thema Verwaltungsstrukturreform annehmen, der "Blanke Hans" nagt weiter an der Insel und der Tourismus als unser Hauptwirtschaftsfaktor kann künftig nur gemeinsam attraktiv für unsere Gäste gestaltet werden.

Hierbei ist es wichtig, die Menschen nicht unnötig mit Ängsten und Sorgen zu belasten, sondern Mut und Zuversicht für die notwendigen Veränderungen und der gemeinsamen insularen Zukunft zu geben.

Wichtig ist aber auch der Erhalt der gewachsenen Strukturen und der dörflichen Gemeinschaft, wie zum Beispiel von Kindergärten, Schulen, Feuerwehren, Sportvereinen und auch die Kirche sollte im Dorf bleiben.

Veränderungen sind notwendig, aber maßvoll umzusetzen - und auch nur gemeinschaftlich.

Abschließend wünsche ich Ihnen allen einen gemütlichen Abend beim traditionellen Biike-Essen mit Kassier und Grünkohl sowie am morgigen Petritag ein vergnügtes Beisammensein bei Musik und Tanz.