Ansprache von Bürgervorsteherin Gerda Wimmer, Westerländer Biike 2005

Liebe Westerländer, liebe Sylter, liebe Gäste

es freut mich sehr, dass ich Sie an unserer schönen Biike in so großer Zahl begrüßen darf, ich bin die Bürgervorsteherin der Stadt Westerland und überbringe Ihnen die Grüße unserer Bürgermeisterin, unserer Verwaltung und der Selbstverwaltung.

Wie in jedem Jahr bedanken wir uns für die gute Vorbereitung durch das Hauptamt und dem Bauhof der Stadt Westerland, bedanken uns bei der Feuerwehr, beim DRK, bei der Polizei, bei dem Westerländer Musikverein und bei allen Helfern. Ohne sie würde nicht viel laufen. Man kann sich einfach auf alle verlassen!

Die Stadt Westerland feiert dieses Jahr : 100 Jahre Stadt und 150 Jahre Bad. Das ist ein Ereignis, dass wir ausgiebig feiern werden, das ganze Jahr finden viele Veranstaltungen statt. In den vergangenen Jahrhunderten, Jahrzehnten und Jahren gehörte vorrangig aber immer die Biike und der Petritag zu den höchsten friesischen Feiertagen; das ist unsere lebendige Tradition, die wir natürlich gerne für die nachfolgenden Generationen erhalten wollen. Viele Berichte von früher müssen aber in den Bereich der Sagen und Erzählungen gelegt werden, auf die ich mich natürlich auch beziehe.

Waren es in heidnischer Zeit Opferfeuer für den Gott Wodan mit der Hoffnung auf ein gutes Jahr, wandelte sich im Laufe der Jahre die Bedeutung der Biike. Vor ca.200/300 Jahren lebten die Sylter vom Walfang, da war dann die Biike das Abschiedsfeuer für die Seemänner, die im Februar die Insel verließen. Reiche Beute im Walfang war der wirtschaftliche Grundstock für unsere Vorfahren und damit letztendlich auch für die heutige Generation. Die Biike ist das Sinnbild der Zusammengehörigkeit der Friesen Auch wenn sich die Zeiten ändern, die Bedeutung des Friesentums mit ihrer Sprache und ihren Bräuchen bleibt erhalten, da bin ich mir sehr sicher.

In der heutigen Zeit leben wir natürlich vom Tourismus. Wir haben eine gesunde Umwelt, ein fantastisches Klima und einen Traumstrand zu bieten. Wir möchten natürlich, dass es so bleibt, wir möchten die Insel in ihrer Vielfalt für uns, die nachfolgenden Generationen und für unsere Gäste erhalten. Küstenschutz muß deswegen die höchste Priorität haben. Die letzten Stürme haben wieder gewaltige Sandverluste für die gesamte Insel gebracht. Mit Sandvorspülungen werden wir in den nächsten Monaten unsere Küsten wieder stabilisieren können. Wir danken dem Bund und dem Land für die Bereitstellung der finanziellen Mittel. Gleichzeitig mahnen wir aber auch an, alles Mögliche zu tun, um andere Schwachstellen der Küste z.B. die Odde vor Hörnum zu schützen und auch unkonventionelle Maßnahmen zu prüfen, zu fördern und zu unterstützen. Es dürfen nicht wieder Schlagzeilen zu lesen sein, in dem eigentlich ernstzunehmende Wissenschaftler verkünden, dass die Insel auf Dauer nicht mehr zu retten ist, dass die Sandvorspülungen zu teuer sind, dass wir damit leben werden müssen, dass die Insel kleiner wird. Ein bisschen hat man sich korrigiert.

Wir sagen INSELSCHUTZ ist Küstenschutz für die gesamte Westküste unseres Landes! Wir möchten uns und unseren Gästen diese Insel in ihrer Vielfalt und ihrer Schönheit erhalten und werden uns weiterhin dafür einsetzen. Ich wünsche allen einen schönen Biikeabend, guten Appetit beim traditionellen GrünkohIessen und allen Syltern einen fröhlichen Petritag!