Ansprache von Wolfgang Schulz, Tinnumer Biike 2006

Liebe Tinnumer, liebe Sylter, liebe Gäste,

als Ortsbeiratsvorsitzender von Tinnum darf ich Sie alle herzlich willkommen heißen. Ich freue mich, dass auch in diesem Jahr so viele von Ihnen den Weg zur Tinummer Büke gefunden haben.

Vorweg danke ich den Helfern der Feuerwehr, des Sportvereins Tinnum 66, den Gemeindearbeitern und ganz besonders den Konfirmanden, die wieder fleißig Weihnachtsbäume im Ort eingesammelt haben, damit wir eine so schöne und große Büke haben. Mein Dank gilt auch dem Westerländer Musikverein für deren musikalische Begleitung.

Auch dieses Jahr sind wir hier an der Tinnumburg zusammen gekommen, um gemeinschaftlich das Traditionsfest Biike-Brennen zu begehen. Dieses Feuer entzünden wir taggleich mit unseren friesischen Schwestern und Brüdern auf Sylt und den Nachbarinseln. Dadurch drücken wir unsere gemeinsame volkstümliche Identität aus sowie auch unsere Verbundenheit über die geographischen Grenzen hinweg.

Mit der Biike einhergehend wollen wir nicht nur der Tradition entsprechen und die dunkle und kalte Jahreszeit verabschieden, sondern auch mit einigem Abstand das letzte Jahr hinter uns lassen. 2005 war für uns alle ein ereignisreiches Jahr. Die insulare Diskussion zu den Themen Verwaltung, Fusion, Tourismus und Küstenschutz begleiteten uns fortwährend. Hinzu kamen noch starke Veränderungen auf der politischen Ebene.

Das vergangene Jahr hat uns durch die Wahlen auf Landes- und Bundesebene geprägt. Es erfüllt uns Friesen mit stolz, dass zwei Sylter nun in verantwortungsvoller Funktion in Kiel und Berlin die gesamte Westküste Schleswig-Holsteins repräsentieren. Durch die Ernennung des Altbürgermeisters und Tinnumers Heinz Maurus zum Chef der Staatskanzlei in Kiel, ist ein Sylter zur rechten Hand unseres neuen Ministerpräsidenten Peter Harry Carstensen geworden. Dadurch sind die Bewohner der nordfriesischen Küste sowie ihre Interessen im Lande gut vertreten.

Unser ehemaliger Bürgermeister Ingbert Liebing sitzt nun sogar im Bundestag in Berlin. Er ist dort stark für den Küsten- und Umweltschutz tätig. Dieses sind besonders für uns Inselbewohner wichtige Bereiche. Wir überleben an der Küste, da diese geschützt werden; und wir leben von unserer Umwelt, da wir hierdurch viele Gäste begrüßen dürfen. Darüber hinaus repräsentiert Ingbert Liebing unsere Region als Botschafter der schleswig-holsteinischen Westküste.

Das Land fordert zu Recht Veränderungen auf der Verwaltungsebene, um diese modern und effizient zu gestalten. Darüber hinaus befinden wir uns in konkreten Verhandlungen mit unserem Nachbarn, um die Stadt Westerland und die Gemeinde Sylt-Ost zusammen zuführen. Dies ist sicherlich ein wichtiger Schritt in Richtung zur insularen Einheit.

Auch wenn der Weg mitunter beschwerlich ist, so dürfen wir das gemeinsame Ziel nicht aus den Augen verlieren. Denn nur gemeinsam sind wir für die Zukunft gerüstet und können uns so nach außen besser darstellen. Hierzu zählt selbstverständlich auch der Tourismus, der unser aller Lebensgrundlage darstellt. Dieser Bereich ist ebenfalls gemeinsam zukunfts- und wettbewerbsfähig zu gestalten.

Aber was wären wir ohne jene Bauwerke, die unsere schöne Insel vor den Naturgewalten schützen. Daher ist es wichtig, die Deiche weiterhin gut in Stand zu halten bzw. den veränderten Gegebenheiten anzupassen. Auch ist das Projekt des Bahndammes als Küstenschutzbauwerk weiter zu verfolgen. Hier setzen wir Sylter unser Vertrauen weiterhin auf unsere kommunalpolitischen Verantwortlichen sowie auf den Landwirtschafts- und Umweltminister Dr. Christian von Boetticher, der im letzten Jahr bereits mit Vertretern unserer Gemeinde vor Ort eine Besichtigung durchführte.

Viele Ideen und Ansätze für die Zukunft von Sylt sind gemacht worden. Diese gilt es nun konsequent weiter zu verfolgen und zum Wohle aller Bürger und Gäste der Insel umzusetzen. Ich bin zuversichtlich, dass wir diesen Weg gemeinsam beschreiten werden und freue mich auf den Tag, an dem wir die an uns herangetragenen Aufgaben und die eigenen Ziele erreicht haben. Es ist an uns, den folgenden Generationen eine vernünftige Lebensgrundlage auf unserer schönen Insel zu hinterlassen. Wir gestalten heute die Zukunft unserer Kinder. Abschließend wünsche ich Ihnen allen einen gemütlichen Abend beim traditionellen Biike-Essen mit Kassler und Grünkohl sowie am morgigen Petritag ein vergnügtes Beisammensein bei Musik und Tanz.