Ansprache von Ortsbeiratvorsitzendern Uwe Dau, Tinnumer Biike 2010

Liebe Tinnumer, liebe Sylter und Gäste.

Als Ortsbeiratsvorsitzender von Tinnum begrüße ich alle recht herzlich hier an unserer historischen Tinnum-Burg und freue mich, dass so viele gekommen sind. Das zeugt davon, dass die jahrhunderte alte Tradition erhalten und gepflegt wird.

Die Geschichte überliefert mehrere Aussagen. Ursprünglich war es ein heidnisches Fest und Opfertag. Hier wurde Thing gehalten. Übersetzt heisst es germanische Volks-, Gerichts- und Heeresversammlung. Es wurde öffentlich angeklagt und Recht gesprochen. In der heutigen Zeit nutzen viele Sylter, die ihr Glück auf dem Festland gefunden haben, die Gelegenheit, um gemeinsam mit der Familie Biikebrennen und Petritag zu feiern.

In unserem Sylter Friesenlied heisst es:
Unser Sylter Land, du bist uns heilig
bleibst unser Eigen, du bist unser Glück
Deine Weise zu erhalten sind wir willig!
Die Sylter Sprache vergessen wir nicht.
Wir bleiben mit Dir alle Zeit verbunden,
so lange wie wir auf der Welt sind.
Auch die, die ihre Wohnung auswärts fanden,
sie greifen doch allesamt zu dir hin.
Kommt Regen, kommt Sonnenschein,
kommen düstere oder glückliche Zeiten,
zu Sylt halten wir überall,
wir bleiben treue Sylter Leute.

Öffentliche Anklagen gibt es nicht mehr, heute sind es Aufforderungen und Ermahnungen, die Insel zu erhalten, sie zu schützen und uneren Kindern bezahlbaren Wohnraum zu geben. Die Abwanderung der Sylter muss gestoppt werden. Lasst uns alle zusammen das "GRIPS" (insuläres Entwicklungskonzept) zügig vorantreiben. Hier sind wir alle zusammen gefordert, miteinander und nicht gegeneinander zu arbeiten.

Sich einzubringen heisst auch, für die anders denkenden Verständnis zu haben. Der Ausverkauf der Insel und die grenzenlose Bebauung muss endlich gestoppt werden. Nur gemeinsame Anstrengungen können die Probleme lösen, und Probleme haben wir genug auf der Insel.

Der Wohnungsbau für Sylter ist dringlicher als je zuvor. Aber es muss abgesichert werden, dass nicht noch mehr Zweitwohnungen entstehen. Die Dörfer müssen lebendig bleiben. Durch den Abzug der Bundeswehr ist der Katastrophenschutz so nicht mehr gewährleistet, wie wir es gewohnt waren. Hier kann meines Erachtens nur eine zentrlae Vorhaltung auf dem Fliegerhorst in Frage kommen. Die Halle 28 ist eine kostengünstige Lösung. Der Bund hat seine Unterstützung bereits signalisiert. Es entstehen keine grossen Erstellungs- und Abrisskosten für die im Augenblick ohnehin finanziell schwache Gemeinde.

Seit der Fusion vor einem Jahr wird immer nur von Einsparungsmöglichkeiten und Synergieeffekten gesprochen. Hier haben wir wirklich eine grosse Möglichkeit, das ist man, wie ich meine, auch dem Bürger schuldig. Die Strukturen unserer Friesendörfer müssen erhalten und verbessert werden. Der Gast braucht vor Ort eine touristische Betreuung. Er kommt nur wieder, wenn er zufrieden ist.

Unsere neue Schule entwickelt sich sehr gut. Im Ortsbeirat haben wir eine gute Harmonie und schon einige Dinge auf den Weg gebracht. So wird der Spielplatz in der Siedlungsstrasse erneuert. Das Projekt "Alte Meierei ist auf den Weg gebracht. Weiter auf dem Wunschzettel stehen die Erneuerung einiger Strassen. Der Ringweg muss verkehrsberuhit mit Rad- und Fussweg bis zur Bäderstrasse ausgebaut und in das vorhandene Radwegekonzept eingebunden werden. Der Kreuzungsbereich Trift-Tinnumerstrasse muss ebenso dringend verkehrsgerechter umgestaltet werden und eine Erweiterung der Stadtbuslinie durch Tinnum ist erstrebenswert. Der Bus könnte zur Verkehrsentlastung Schüler, Arbeiter, die im Gewerbegebiet arbeiten und Gäste befördern.

Die Kommunen können aber bei der derzeitigen finanziellen Situation nicht alles alleine leisten. Hier sind Land und Bund gleichermassen gefordert, sie müssen die Handlungsfähigkeit der Kommunen sicherstellen, damit die nötigen Konzepte umgesetzt werden können. Die Kommunan dürfen keinen Kollaps erleiden.

Ich bedanke mich bei Allen, die dafür gesorgt haben, dass wir heute wieder eine tolle Biike und morgen einen schönen Petritag erleben können. Der Tanz am Petritag finden Montag von 13 bis 16 Uhr in der Boy-Lornsen-Schule Tinnum statt. Ich wünsche Allen einen schönen Abend und den Kindern morgen viel Spass beim Tanz in der Schule.