Ansprache von Ortsbeiratvorsitzendern Uwe Dau, Tinnumer Biike 2011

Liebe Tinnumer, liebe Sylter und Gäste der Insel.

Als Ortsbeiratsvorsitzender von Tinnum ist es mir eine große Freude und Ehre alle Versammelten gleichermaßen herzlich zu begrüßen hier an der über tausend Jahre alten Tinnum Burg.

Biikebrennen ist ein Stück lebendiges Brauchtum. Über viele Jahrhunderte gab es mehrere Überlieferungen. Alle beschreiben es als ein heidnisches Opferfest das zu Ehren der Götter auf heiligen Hügeln abgehalten wurde, um die Götter milde zu stimmen.

Vor 200 Jahren galt es aber auch Abschied vom Winter und von den Seefahrern zu nehmen, die zum Walfang nach Grönland aufbrachen. Die Biiken, heute Baken genannt, sollten ihnen als Feuerzeichen den Weg an den Küsten zeigen. Am Folgetag war Thingtag, der heutige Petritag. Da wurde Rat gehalten, Recht gesprochen und öffentlich angeklagt. 1867 mit der Einführung der preußischen Gerichtsbarkeit hörte der Petritag auf, Thingtag zu sein.

Ich bin der Meinung, in der heutigen Zeit sollten die Biiken ein Ort der Besinnung sein, wo sich Geist und Seele vom Feuer erwärmen lassen. Ein Gefühl der Zusammengehörigkeit und der Gemeinschaft soll uns an die Tradition der Sylter Friesen erinnern und an den Erhalt unserer Heimat. Wir müssen gemeinsam zusammen stehen um unseren nachkommenden Generationen eine Heimat zu übergeben, in dem Geiste wie wir sie von unseren Vorfahren bekommen haben.

Heimat müssen wir aber auch denen geben die zu uns kommen und eine echte Heimat suchen. Profit- und Geldhaien müssen wir in die Schranken weisen. Davon gab und gibt es mehr als genug. Sie wollen nur das schnelle Geld, sie gehen skrupellos mit uns um und dann sind sie weg. Wir dürfen nicht noch länger die Augen verschließen vor dem Übel das dadurch auf Sylt angerichtet wurde. Widerstehen wir gemeinsam mit all denen, die hier ihre Heimat haben und gemeinsam auch mit auch mit denen, die hier eine echte Heimat suchen. Nur gemeinsam sind wir stark und gut gerüstet, um unsere schönen Dörfer auf Sylt zu erhalten. Wir haben noch die Möglich für unseren Nachkommen die Weichen zu stellen. Wir müssen nur bereit sein die Chancen zu nutzen. Unser größtes Kapital ist die einzigartige und vielseitige Natur. Auf einer Insel zu leben wo sich Himmel und Erde berühren im Weltnaturerbe mitten im Wattenmeer, das ist das, was wir mit Heimat verbinden uns unseren Kindern erhalten bleiben muss. Ihnen die Möglichkeit zu bewahren und um bezahlbaren Wohnraum auf Sylt zu schaffen, muss unsere Aufgabe und Verpflichtung sein. Ich sage: Heimat zu geben und Heimat bewahren muss daher nur unser oberstes gemeinsames Ziel sein.

Die geplante und heftig umstrittene Küstenschutzabgabe darf nicht auf die abgewälzt werden, die schon ohnehin benachteiligt sind. Es ist und bleibt eine solidarische Aufgabe, hier sind der Bund und das Land in der Pflicht. Dafür stehe ich ein werbe bei ihnen um Unterstützung dafür.

Ich bedanke mich allen die dazu beigetragen haben, dass wir wieder eine schöne Biike in Tinnum haben. Mein Besonderer Dank gilt den Mitarbeitern der Gemeinde, der Freiwilligen Feuerwehr Tinnum, dem TSV Tinnum 66, den Konfirmanden und den vielen Helfern und Unterstützern. Bei dem Westerländer Musikverein bedanke ich mich für die schöne musikalische Begleitung. Die Kutsche für die Musik wurde uns von Peter Störtenbecker wieder kostenlos zur Verfügung gestellt, auch dafür vielen Dank. Die Peritag- Feier für unsere Kinder von der Schule und vom Kindergarten findet Morgen von 13 bis 16 Uhr in der Boy Lornsen Schule statt. Der Ortsbeirat von Tinnum richtet die Feier mit dem Förderverein der Schule aus.

Ich wünsche allen ein schönes Biikefest 2011 und einen guten Heimweg sowie guten Appetit beim traditionellen Grünkohlessen.

Nach meiner Rede singen wir zwei Strophen von dem Friesenlied ihr Freunde stimmt an unser Friesenlied. Freundlicherweise hat Frau Inge Gieppner-Carstensen sich bereit erklärt, die friesische Ansprache zu halten. Dafür ganz herzlichen Dank. Im Anschluss an ihre friesische Rede singen wir alle zusammen die ersten zwei Strophen „ Üüs Söllring Lön „

Ich schließe mit den Worten >Heimat geben und Heimat bewahren<