Ansprache von Bürgermeister Hartmut Möller, Hörnumer Biike 1999
Meine Damen und Herren, verehrte Gäste,
Wie Sie aus der Darbietung unserer Schüler erfahren haben, lodern jedes Jahr am Vorabend des Petritages, dem
Nationalfeiertag der Friesen, die Flammen der Biike in den Abendhimmel.
Zu ihrem Schein wurden Wünsche und Hoffnungen geweckt und es wurde zum festem Vertrauen aufgerufen.
So waren die Biiken auch gleichzeitig seine sichtbare Aufforderung zum Thing zu kommen.
Das bedeutete, daß an diesem Tag gleichzeitig Versammlungs- und Gerichtstag war.
Hier wurden Gesetze bekanntgegeben, Steuern eingetrieben und andere wichtige Rechtsangelegenheiten
geregelt.
So werde ich es heute mit der alten Tradition halten und einen kurzen Rückblick auf
die Ereignisse, die für Hörnum von Bedeutung waren, aufzeigen.
Vom Eintrieb der Steuern werde ich absehen, dafür aber einige Worte sagen, was in
nächster Zukunft angedacht und geplant ist und was realisiert werden soll.
Erst einmal ein Rückblick, was seit der Biike 1998 passiert ist.
- obwohl ich im letzten Jahr angemaht habe, daß wir eine Sandvorspülung nötig haben, wurde im März '98
aus finanziellen Gründen von einer Sandauffüllung auf der gesamten Insel Abstand genommen, was
sich später als falsch herausgestellt hat.
- Im März waren Kommunalwahlen, die CDU erhielt mit 6 Sitzen die absolute Mehrheit, die SPD 4 Sitze und die FBGH 1 Sitz.
Im April wurde bei der Konstituierenden Sitzung der Bürgermeister ind seine Vertreter gewählt und
die Ausschüsse wurden neu besetzt.
- Im Mai verschafften sich Einbrecher gewaltsam Einlaß in die Kur- und Gemeindeverwaltung.
Die Spur der Verwüstung zog sich auch bis ins Kurhaus (med. Badeabteitung) hin.
- ImJuni verbrennen 7 Wohnwagen auf dem Campingplatz. Eine Gasflasche explodierte und eine Düne wurde
dadurch in Brand gesetzt.
- Juli und August - keine nennenswerten Ereignisse.
- Im September wurde der Beschluß gefaßt, die Wasser versorgung an die EVS abzugeben.
Seit dem 2.1.99 fließt Trinkwasser aus Westerland aus unseren Leitungen.
- Am 1. Oktober feierten wir 50 Jahre eigenständige Gemeinde Hörnum.
- November Sandauffüllung an der Ostküste. Das wäre beinahe gescheitert wegen der Setzzeit der
Robben, hier erteilte das Umweltministerium trotzdem die Erlaubnis, während dieser Zeit die Sandauffüllung durchzuführen.
- 13. November alle Bürgermeister im Innenministerium zum Erhalt des Planungsverbandes der Insel Sylt. - Vorratsbeschluß über Großprojekte -
- Der im Dezember angestrebte Trägerwechsel für das Jugendaufbauwerk kann noch nicht vollzogen werden.
- Die Haverie der Pallas im November 98. Hier waren wir nur einmal direkt durch ausgelaufenes Öl betroffen.
Durch Mitarbeiter der Gemeinde und der freiwilligen Feuerwehr Hörnum wurden tägliche Kontrollen durchgeführt
und erforderliche Maßnahmen sofort ergriffen.
- Im Januar 1999 erhält der Gemeinde die Zustimmung des Planungsverband, das kinderfreundliche Familienhotel bauen zu dürfen.
Am 29.1 war Kreis- und Landesplanung in Hörnum, um sich über den Planungsstand zu informieren.
Die Herren kommen dem dem Zeitungsartikel "VEBA kauft Kaserne". Es ist wirklich so, daß die
VEBA das gesamte Gelände erworben hat.
- 4./5. Februar. Sturmflut. Die Küste hat erhebliche Dünenabbrüche und große Sandverluste erlitten.
Alarmschrei an die Medien mit der Bitte um Unterstützung - das hat geholfen.
1999 bekommt Hörnum ab Hörnum- Nord bis hinter das Tetrapodenquerwerk eine Sandvorspülung ersten Priorität - geplant sind
3,5 km.
Die Ziele für 1999 sind:
1. Das Hotelprojekt so schnell wie möglich auf den Weg bringen. Die Hoffnung mit dem Abriß im Herbst zu beginnen erscheint realistisch.
2. Der Trägerwechsel des J.A.W. so schnell wie möglich durchführen zu können. Angedacht war der 1.4; realistischer erscheint
mit der Termin zum Lehrgangswechsel 1.8 bzw. 1.9.99.
3. Das Ortsbild zu verschönern und für ein besseres Image zu sorgen. Um diese Ziele auch umsetzen zu können, bitte ich um Ihre
Mithilfe und tatkräftige Unterstützung.
Um ein Zeichen zu setzen haben auch wir am 10. Januar 1999 ein Mahnfeuer abgebrannt
gegen ein Gesetz, das wichtige Lebensgrundlagen unserer Insel einschränken soll.
Wie zum Beispiel:
- Küstenschutz,
- touristische Aktivitäten am Strand,
- wirtschaftliche Betätigungen,
- Lebensgrundlage von Fischern, Schiffahrt, Jagt- und Landwirtschaft.
Ich hatte vorhin schon erwähnt, das die Sandvorspülungen an der Ostseite von der Setzzeit
der Robben abhängig gemacht werden sollte. Durch Sandvorspülungen soll doch aber unser
Lebensraum geschützt werden. Es scheint so, als würde der Mensch nichts mehr zählen.
Erst wenn die hier lebenden Menschen geschützt sind, können sie sich für den
Erhalt der Natur und Umwelt einsetzen und nicht umgekehrt. So kann man mit uns nicht umgehen,
das lassen wir uns nicht gefallen! Wir achten schon auf unseren Lebensraum und unsere Umwelt, wir
brauchen keine Fremdbestimmung durch das Nationalparkamt. Dagegen wehren wir uns! Heute und auch in
Zukunft.
So, meine Damen und Herren, jetzt komme ich noch zu einem sehr wichtigem Punkt:
Das Nationalparkgesetz.
Hier sollte der gesamten Westküste ein Gesetz übergestülpt werden, ohne daß die Kuratorien und
die Kreise Nordfriesland und Dithmarschen dazu gehört wurden. Die erforderlichen Zustimmungserklärungen
der Verbände und Gemeinden wurden nicht abgewartet. Das erforderliche Einvernehmen ist besonders für die Bereiche
- Walschutzgebiet
- Seeseitige Erweiterung
- Referenzgebiet
- Neuzonierung
erforderlich.
In der heutigen Zeit werden die Biiken zum Symbol für das Gefühl der Zusammengehörigkeit,
zur Demonstration nach Frieden und Freiheit oder als Mahnfeuer für den Frieden brennen.
Betrachten wir die Biike auch als Mahnfeuer für den sorgsamen Umgang mit der Natur.
Nur wenn unser Lebensraum durch Küstenschutzmaßnahmen wirksam geschützt wird, können wir
die alte Tradition weiter Pflegen und erhalten.
Jeder der hier Anwesenden ist aufgerufen, mit dazu beizutragen, die Insel von
Schäden und Umweltsünden zu bewahren, indem er die getroffenen Schutzmaßnahmen beachtet.
Für uns alle sollte es die Verpflichtung sein, mit der uns anvertrauten Natur schonend
und behutsam umzugehen und sie nicht zu zerstören, damit auch die späteren Generationen
diesen schönen Volksbrauch begehen können, wie wir es heute tun.
Ich wünsche Ihnen allen eine schöne Biike!